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45€ Strafe trotz bezahlter Vignette! – Hinweise zum Autofahren in Moldawien (Republik Moldau). Unterschiede bei der Vignette zu anderen Ländern; Umgang mit der Polizei – wobei man unbedingt aufpassen sollte:

Ausnahmsweise mal wieder etwas nicht-technisches 😉 – Wie kam es zur 45,- EUR Strafe trotz bezahlter Vignette?

Meine moldawische Frau und ich waren kürzlich “zu Hause” in Moldawien, diesmal ausnahmsweise mit dem PKW. – Wir haben zuvor die ÖAMTC Webseite mit der Info bezgl. Vignette gefunden, die sehr hilfreich war. Die gegebenen Informationen sind soweit alle richtig. Wir möchten aber noch auf ein paar sehr wichtige Details und Fallen hinweisen, da wir uns über manches doch ärgern mussten und buchstäblich abgezogen wurden. – Deshalb schreibe ich diesen Blogeintrag, um hoffentlich den ein oder anderen Leser vor möglichen Fallen zu warnen:

1) Vignetten-Verlängerung nur sehr schwer bis garnicht möglich. Unbedingt zu empfehlen: gleich für den gesamten Zeitraum bei der Einreise kaufen: die Verlängerung war für uns mehrfach unmöglich bzw. wir wurden bei den zuständigen Ämtern nur getrietzt bis wir beim Versuch in der 1. Stadt aufgeben haben um es später in der Hauptstadt Chisinau nochmals zu versuchen, siehe Hinweis 3) Anm.: meine Frau ist in .md geboren, selbst für sie war es nicht möglich! Das Amt bearbeitet die Verlängerung, dann muss man quer durch die Stadt zur Bank fahren um 4 Euro zu bezahlen, dort sagen sie einem die Bearbeiter es gäbe einen Tippfehler im Computer, man muss zurück zum Amt. Wieder zurück war dann Pause obwohl die Dame 10 minuten vorher versichert hatte sie wäre noch für uns da, wir hätten eine Stunde warten müssen. – Haben dann entnervt an diesem ersten Tag aufgegeben. Grundsätzlich ist die Verlängerung schon ein paar Tage vor Ablauf der Vignette möglich, der Zeitraum wird (angeblich) angerechnet. Soweit muss man aber halt er erst kommen 😉 Das war Freitags, Vignette bis inklusive Sonntag gültig, am Montag wollten wir dann also in der Hauptstadt noch einen Versuch starten und hätten keinen Tag ohne Vignette gehabt.

2) Vorsicht bei der Gültigkeitsdauer: die Vignettengültigkeit wird NICHT kalendertageweise gezählt wie sonst üblich, und auch nicht stündlich/minütlich, sondern “Halb Halb”!!! Unsere Vignette war bis inklusive Sonntag gültig. Am Montag wollten wir nochmals 7 Tage kaufen, es hätte also keinen Tag Lücke gegeben. Wenn man nach Stunden/Minuten rechnet, hätten wir sogar bis Montag Abend bezahlt. Aber die Moldawier zählen unterschiedlich für den Beginn und das Ende der Vignettendauer – Zum Dank für die Verlängerung und dank der kreativen Zählweise der Moldawier haben wir also eine ca. 45 EUR Strafe kassiert. – Die Vignette sei um 00:00 abgelaufen, hieß es. – Es wird am Ende der Dauer nach Kalendertag gezählt, aber beim Beginn auf die Minute genau geachtet. Fatal in diesem Zusammenhang: es darf keine einzige Minute “Lücke” geben, egal ob man mit dem Auto fährt, oder nicht. Wir haben uns über diese “überschlaue” Zählart derart geärgert, dass wir aus Prinzip sofort abgereist sind um keinen unnötigen Cent mehr dort zu lassen. Die 45 Euro Strafe mussten bei der Ausreise bezahlt werden. Der Beamtin dort war das sehr unangenehm und peinlich, da sie unsere Geschichte mitbekommen hat. – Ihr Vorgesetzter hat jedoch darauf bestanden. Die Vignette trifft am Ende größtenteils aber doch wieder viele Moldawier selbst: da die Steuern auf den Autoimport hoch sind, melden viele ihr Auto z.B. in Rumänien an und zahlen lieber jeden Tag die Vignette in Moldawien. LOL.

3) Umgang mit der Polizei Korrupte Polizisten drohen mit Fahrverbot und unverhältnismässig hohen Strafen. Doch kein Grund zur Panik. Uns wurde wegen einer Lapalie am Kreisverkehr ein Fahrverbot angedroht, alternativ sollten wir 3000 Lei Strafe bezahlen, das sind ca. 136 EUR – eine horrende Summe für Moldawien. – Dabei ist die Höchststrafe laut Einheimischen 700 Lei (ca. 31 Eur). – Das Fahrverbot und die überhöhte Strafe sind aber nur Bluff, die Polizisten stecken lieber gerne mal z.B. 250 Lei in die eigene Tasche, und der Vorfall ist vergessen. Ich wollte nichts bezahlen sondern das Fahrverbot. Es gilt ja nur in Moldawien, das tut mir nix, und fahren kann meine Frau auch. Nach 20 Stunden Autofahrt muss man mir das nicht zweimal sagen, das ist ja schon fast eine Erlösung. LOL. – Er merkte, wie sehr ich es wollte. Doch plötzlich wollte der Polizist es nicht mehr, da er a) nichts dabei verdient und b) viel Arbeit inkl. Übersetzer nötig sind c) er verliert jede Menge Zeit in der er auf der Straße von anderen Geld abziehen könnte. Also forcierte er nun die 3000 Lei Geldstrafe. Das war uns zuviel, also haben wir ihn mit umgerechnet ca. 250 Lei (11 EUR) geschmiert. – Im Nachhinein war das ein Fehler: wir hätten ihm sagen müssen, wir zahlen die 3000 Lei. – Dafür kann er kein Mandat ausstellen, das Gesicht hätte ich gerne gesehen. Also Empfehlung: nicht verunsichern lassen durch überhöhte Strafen, einfach sagen “OK ich bezahle die Strafe”, das zwingt den Polizisten dazu “nach Vorschrift” zu arbeiten. Alternativ einfach nur Deutsch reden, damit man dem Polizisten viel zu anstrengend wird. Jede Minute die er mit Dolmetscher auf der Polizweiwache sitzt, verdient er kein Geld auf der Straße. – Die Polizisten haben oft Kameras, z.B. an der Brusttasche und im Auto, da sie überwacht werden sollen bezgl. Schmiergeldern. Es wird daher “diskret von der Seite” gemacht. ….

Fazit:
Am besten also nur per Flieger anreisen, oder woanders Urlaub machen. 😉 Statt Mietwagen besser die unzähligen Taxis und Busse nutzen, die teils so günstig sind dass ich nachrechnen begann ob damit überhaupt der Sprit abgedeckt ist.

Die Strafe trotz bezahlter Vignette hat uns echt die Laune verdorben, die ansonsten wirklich positiv war. Wenn man sich den Hintergrund ein wenig überlegt und die ganzen geförderten Straßenabschnitte gesehen hat, ist es einfach nur skandalös: die einzig guten Straßen dort wurden von der EU und den USA bezahlt. – Dafür sollen wir dann Vignette bezahlen. Obwohl man sogar noch zahlungswillig ist, wird man dabei noch übers Ohr gehauen. – Hier ist die Politik gefragt, wir finden es jedenfalls nicht in Ordnung, dass unsere Steuergelder dort versenkt werden, wenn wir als Dank in so einer Art und Weise zur Kasse gebeten werden.


Abgesehen von den amtlichen Spitzfindigkeiten durften wir eine ungeheuer große Gastlichkeit und Freundlichkeit erleben, nicht nur in der Verwandtschaft. – Das möchte ich als abschließenden Gedanken erwähnen.

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